Wie Medien mit dem Enke Drama umgehen

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, hier nicht über den Tod von Robert Enke zu schreiben, jedoch hat mich gestern eine große Deutsche Boulevardzeitung leicht empört. Zunächst einmal solltet ihr euch durchlesen, was letztendlich im Artikel zu lesen war:

balitsch

Zu lesen ist, dass angeblich Hanno Balitsch (nach eigenen Aussagen) sowie zwei Physiotherapeuten von den Problemen Enkes gewusst haben wollten. Wie also teasert die Zeitung diesen Artikel auf der Startseite an?

depression-start

Soso, „Mitspieler wussten von Enkes Depressionen“. Natürlich muss man erst einmal davon ausgehen, dass Mitspieler hier im Plural steht – noch dazu wird die Überschrift mit einem Bild von Enkes Mitspielern und ihm selbst untermalt. Das wäre tatsächlich eine Schlagzeile wert. Wie aber dann tatsächlich oben im Artikel zu lesen, wussten nicht Mitspieler davon, genau ein Mitspieler wusste davon. Das wird dann aber komischerweise gleich über dem tatsächlichen Artikel nochmals klargestellt:

balitsch-ueberschrift

Wie gut, dass wir uns in Deutschland auf korrekte und gründlich überlegte Medien verlassen dürfen. Es zählt nur die Auflage – egal mit welchen Mitteln.

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